Rothirsche im Dominanzkampf: Titelbild Jagdrecht – Rechtsanwalt Markus Keubke

Jagdrecht

Unter dem Begriff Jagdrecht findet sich eine Vielzahl von Rechtsgebieten, die mit der Jagd und deren Ausübung in Zusammenhang stehen. Die Verantwortung des Jägers für das Wild und dessen Lebensraum erfordert fundierte Kenntnisse seiner Biologie und Lebensweise. Dem trägt das Bundesjagdgesetz mit dem in § 1 Abs. 2 BJagdG benannten Ziel der Hege, mithin dem Ziel der Erhaltung eines den landschaftlichen und landeskulturellen Verhältnissen angepassten artenreichen und gesunden Wildbestandes sowie die Pflege und Sicherung seiner Lebensgrundlagen, Rechnung. Aus diesem Ziel erfolgt dann auch die notwendige Kenntnis der Vorschriften des Forst- und Landwirtschaftsrechts und des Naturschutz- und Umweltrechtes.

Da zum einen die Jagdausübung mit der Waffe erfolgt und zum anderen der Erwerb des Jagdscheines an die Voraussetzungen zum Erwerb einer Waffebesitzkarte geknüpft ist, ist die Kenntnis des Waffenrechts eine wichtige Voraussetzung zur Jagdausübung.

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In Folge der 1848er Revolution wurde das Jagdrecht in Deutschland stark reformiert. Die Vorrechte des Adels wurden aufgehoben und die Jagd an das Grundeigentum geknüpft. Aufgrund der inzwischen stark angewachsenen Bevölkerung und der geänderten gesellschaftlichen Struktur war es notwendig geworden, die Jagd neu zu ordnen und verschiedentlich einzuschränken, um Jagdunfälle und Streitigkeiten zu vermeiden, aber auch um die Nachhaltigkeit der Jagd zu sichern und den Wildbestand zu erhalten und das Wild vor Ausrottung zu schützen.

Das Jagdrecht umfasst daher die Zulassung zur Jagd, Ausbildung und Jagdprüfung, das Verbot bestimmter Jagdmethoden, Jagd- und Schonzeiten, Abschussplanung sowie die Festlegung von Jagdgebieten und Bestimmung von Jagdausübungsberechtigten.

Bei dem in Deutschland bestehenden System der Revierjagd ist die Jagdausübung unmittelbar an das Grundeigentum gebunden. Der Inhaber des Jagdrechtes ist somit der Grundeigentümer. Weiterhin ist die Jagdausübung an eine Mindestgröße des Grundeigentums und Jagdberechtigung des einzelnen Jägers oder einer Gemeinschaft von Jägern örtlich, mithin auf ein bestimmtes Revier, beschränkt.

Die Eigentümer von Grundflächen, die für eine Jagdausübung zu klein sind zu Jagdgenossenschaften zusammengeschlossen und verfügen gemeinsam über das Jagdrecht auf der Fläche der Genossenschaft. Aus diesen Vorgaben des bei uns geltenden Reviersystems ergeben sich zwei Typen von Jägern: Zum einen den Revierinhabern, also Revierpächter oder Eigenjagdbesitzer, und zum anderen Jäger ohne Revier. Die ersteren gelten als jagausübungsberechtigt, letztere dürfen die Jagd nur mit der Erlaubnis eines Revierinhabers ausüben. Sie sind Jagdgäste. Das rechtliche Beziehungsgeflecht zwischen Grundeigentümern, Jagdgenossenschaften, Revierinhabern und Jagdgästen stellt ein Hauptfeld der rechtlichen Betätigung auf dem Gebiet des Jagdrechtes dar.

Ebenfalls zum Jagdrecht gehören die Regelungen zum Wildschaden zwischen den Revierinhabern, Jagdgenossenschaften und Landwirten.

 
 
 

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